2. Was beeinflusst die Haltbarkeit?
Die Studienzahlen zeigen das Potenzial. Ob ein Implantat tatsächlich Jahrzehnte hält, hängt aber von mehreren Faktoren ab. Einige davon können Sie selbst beeinflussen, andere bringt Ihr Körper mit.
Mundhygiene: der wichtigste Faktor
Schlechte Mundhygiene ist der häufigste Grund für eine verkürzte Implantat Haltbarkeit. Bakterielle Beläge rund um das Implantat können zu einer Entzündung des umliegenden Gewebes führen, der sogenannten Periimplantitis. Diese Entzündung baut den Kieferknochen ab und kann zum Verlust des Implantats führen. Wer dagegen täglich gründlich putzt, Zahnseide oder Interdentalbürsten verwendet und regelmäßig zur professionellen Reinigung geht, schützt sein Implantat langfristig.
Rauchen verdoppelt das Verlustrisiko
Rauchen beeinträchtigt die Durchblutung des Kieferknochens und verlangsamt die Wundheilung. Eine Studie der Universität Manchester zeigt den Unterschied deutlich: Bei Nichtrauchern lag die Zehn-Jahres-Überlebensrate bei 94 Prozent, bei Rauchern nur bei 78 Prozent. Innerhalb der ersten fünf Jahre nach dem Einsetzen ist das Verlustrisiko bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern. Ein Rauchstopp vor und nach der Implantation verbessert die Prognose erheblich.
Knochenqualität und Vorerkrankungen
Der Kieferknochen muss das Implantat fest umschließen können. Im Oberkiefer ist der Knochen oft weicher als im Unterkiefer, was die Einheilung etwas anspruchsvoller macht. Vorerkrankungen wie Diabetes oder die Einnahme von Bisphosphonaten können die Knochenheilung zusätzlich beeinflussen. Auch Bruxismus, also nächtliches Zähneknirschen, belastet Implantate durch übermäßigen Druck. Sprechen Sie solche Faktoren vor der Behandlung mit Ihrem Zahnarzt ab, damit er die Therapie anpassen kann.
Parodontitis-Vorgeschichte
Patienten mit einer behandelten Parodontitis tragen ein höheres Risiko für eine spätere Periimplantitis. Die gleichen Bakterien, die zum Zahnverlust geführt haben, können auch das Implantat angreifen. Mit konsequenter Nachsorge und engmaschigen Kontrollterminen lässt sich dieses Risiko aber deutlich reduzieren.
Welche Vorerkrankungen eine Implantation erschweren oder ausschließen, erläutert unser Ratgeber
Zahnimplantat Kontraindikationen: Wann ist ein Implantat nicht möglich?
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Quellen:
ku64.de (Studie Uni Manchester)